Dienstag, 12. August 2014

Anregungen und Entdeckungen im Technikmuseum

Ein Besuch im Technikmuseum Berlin mit meinem Vetter vor einigen Tagen ließ bei mir einmal wieder Erinnerungen an kindliche Streifzüge durch dieses Paradies für technikbegeisterte Jungen, technikaffine Patrioten (ob der vielen beeindruckenden Deutschen Erfindungen, die hier zu sehen sind) oder technikverliebte Eigenbrödler wach werden. Wie lange schon war ich nicht mehr durch die Waggonhallen mit den großen Dampf-, Elektro- und Dieselloks geschlichen oder hatte Zuses frühe Rechner bewundert - Leistung ungefähr im Niveau eines Taschenrechners, aber Größe eines durchschnittlichen Wohnzimmers. Auch das Ein-Mann-U-Boot "Bieber" rief mein Staunen hervor, von dem die meisten angeblich direkt abgesoffen sind. Das meiste jedoch war ein Auffrischen der alten Eindrücke, die Exponate sind wohl größtenteils weiterhin dieselben wie in die letzten Jahrzehnten. Eine Leistungsschau der aktuellen Technik ist ja schließlich in den Fachausstellungen "Saturn", "Media Markt", "BMW Autohaus Nefzger", "Rheinmetall Werksgelände" oder "Ganick Getränkehandels GmbH - Keine Panik, Durst löscht Ganick!" jederzeit verfügbar.

Abb.1: Eine frühe Minibar
Für einige Exponate allerdings gilt, dass sie wohl bei meinem letzten Besuch vor gefühlten zwanzig Jahren schon da waren - ich sie allerdings zugunsten von wahrscheinlich der Wehrtechnik übersehen haben muss. Der Urahn meines Lieblingsmöbelstückes, meiner Minibar, ist mir nie zuvor aufgefallen. Es handelt sich um die Bar eines Deutschen Fliegerhelden aus dem ersten Weltkrieg, welche in der Zwischenkriegszeit in einem zivilien Flugzeug von ihm verbaut war. Danach ist sie, wie ersichtlich schließlich zu einem Möbelstück weiterverarbeitet worden. Ziemlich schön, oder? Gut erkennbar, die beliebte Mode der damaligen Zeit, vor allem starken Alkohol zu sich zu nehmen - Mischgetränke, Limonaden, Säfte scheinen nicht vorgesehen. Und ob für den links sichtbaren Mixer schon Eis zum Einsatz gekommen ist? Wenn ja, woher nahmen sie das im Flugzeug?

Auch wenn die nächste Entdeckung, ebenfalls in der Sektion "Luftfahrt vor dem zweiten Weltkrieg", nicht Jedermanns Lachen befördern dürfte, musste ich allerdings schon schmunzeln über das "Trostfrühstück mit abgeschossenen englischen Offizieren". Durchaus eine Form der Kriegspropaganda, zeugt sie von einer eigentümlichen Art der Kriegsführung und -darstellung im ersten Weltkrieg, die in der gerade beginnenden Fliegerei noch eine gewisse Form der Ritterlichkeit suchte, die ja ansonsten im ersten Weltkrieg nur selten an die Oberfläche kam, schon gar nicht im zweiten. Vielleicht auch, weil die  Luftwaffe sich aus Deutscher Sicht gegenüber den Engländern als weit erfolgreicher erwies gegenüber der so teuer hochgerüsteten, aber ziemlich nutzlosen Marine. Mich hätte aber auf jeden Fall die Speisefolge und die Konversation bei Tisch interessiert. Möglich, dass man sich -interkulturell versiert- auch einfach aus einer Abb.1. ähnlichen Minibar einen feinen schottischen Whisky gegönnt hat.
Abb.2: Frühschoppen 1914

Dienstag, 29. Juli 2014

Zeit, mal die Früchte zu genießen

Was hat das mit Deutschland zu tun?
Dem allgemeinen Überschwang, was die Bewertung unseres geliebten Staates angeht, ist es ja derzeit ziemlich schwer zu entrinnen. Wie ihr wisst, bin ich als schon immer glühender Patriot auch überhaupt nicht gewillt, dem irgendwie zu entkommen zu wollen. Im Gegenteil, täglich setze ich mich bewusst einer ordentlichen Dosis Deutschtum aus und reife damit Schritt für Schritt zu noch mehr Eichenfestigkeit heran.

Vom alten Gejammer (auf schon immer hohem Niveau) und Pessimismus scheint derzeit nicht soviel übrig zu sein. Was ich echt mal wohlttuend finde.

Das typisch Deutsche Gejammer, von dem ja immer gesagt wird, es sei ein Deutscher Wesenszug, will ich momentan eher als gepflegte Selbstironie mit einem verschmitzten Zwinkern verstanden wissen. Ach kommt, Kinder, Deutschland kritisieren ist sowas von out! Haben wir Jahrzehntelang gemacht. Überlasst das einfach fortan der taz, die machen das von Berufswegen ohnehin besser. Jetzt ist es mal Zeit, die Früchte der andauernden Unzufriedenheit mit unserem Gemeinwesen zu ernten, die nämlich dazu führte, dass sovieles besser ist als früher und vor allem besser ist als in anderen Ländern. Lediglich ZuBu, als ZUkünftigen, aber eben nicht derzeitigem,  BUndeskanzler und überzeugtem, wenn auch stets parteiikritischen Sozialdemokrat, will ich es zugestehen, unsere Regierung, jedoch nicht das Land, weiter zu verdammen. Ich finde sie ja auch nicht so toll. Aber man gewinnt derzeit nicht selten den Eindruck, das Ausland beneide uns trotzdem darum, lieber von Merkels Zaudertruppe geführt zu werden, als von Berlusconis, Le Pens, Camerons oder farblosen Hollandes.

Wo man auch hinschaut, auf allen Gebieten geht es dem Reich derzeit blendend: Wirtschaftlich, sportlich, technologisch, rechtsstaatlich, vielleicht nicht millitärisch, aber das könnten wir auch, wenn wir es wollten, Kohle haben wir genug und um unsere Wehrtechnologie reißt sich sowieso die ganze Welt. Das Ansehen der neuen Fussballweltermeister ist nicht nur der sportlichen Leistungen wegen so glänzend, nein, es ist es auch, weil vielerorts im Ausland die Deutschen Tugenden dafür verantwortlich gemacht werden; ein Punkt, der sicherlich nicht alleine ausschlaggend ist, aber eben dafür auch nicht vollkommen bedeutungslos sein wird.

Der Erfolg gibt dem Sieger recht und macht die, manchmal sicher berechtigten, Zweifel vergessen: Das jahrelang uns prognostizierte Schrumpfen unseres Staates hat in den letzten Jahren nicht stattgefunden, entahm ich kürzlich der Zeitung. In den letzten drei Jahren war Deutschland das größte Einwanderungsland der Welt nach Amerika, welches ja ein solches per Definition ist. Deutschland wächst also. Das sind mal Nachrichten! Dieser Trend muss nicht anhalten, aber ich hoffe sehr darauf, dass wir so viele neue Deutsche dazu gewinnen können. Deutsche, die vielleicht nicht klischeehaft aussehen wie die Germano-Bösenwichte mit Namen Hans bei James Bond, dafür aber unser Land weiter bunter, liberaler, noch stärker und vielseitiger machen.

Was nun das alles mit der Abbildung zu tun hat, welche ich hier eingangs zeigte? Nun, jener Lampenschirm stammt aus der City-West und wurde mir von einem übermütigen Fan während der Feierlichkeiten zum vierten Deutschen Weltmeistertitel überreicht. Er gehört zu einer Siemens-Ampelanlage. Damit symbolisiert er vier Dinge:

-Unter tausenden friedlich feiernden Fußballanhängern/Feiergängern/Deutschen/Erdlingen sind immer ein paar Idioten, die übertreiben
-Man kann an Abenden des Rausches auch mal fünfe gerade sein lassen, ey spieß hier nicht rum, mann!
-Deutsche Wertarbeit und die pulsierende Deutsche Wirtschaft, die durch einen engagierten Mitbürger einmal mehr angekurbelt wurde
-Nachdem uns die ganze Welt huldigt, wir das genießen und es uns ja sowieso ziemlich gut geht, will ich das unbefugte Abmontieren des Ampelschirms mit einem Zitat rechtfertigen, dass -neidlos anerkannt- in der Urhebersprache immer noch am besten klingt: ..."because we can"!

Sonntag, 6. Juli 2014

Fusion Hot-Box 2.0


Wie wir ja bereits seit längerer Zeit wissen, sind gewisse Rieten und Regeln bei Gebrauch von gewissen Substanzen unerlässlich. Da wir uns an solche Weisheiten und an Traditionen im Allgemeinen natürlich halten, wurde auch dieses Jahr auf der Fusion eine Hot-Box abgehalten und natürlich wurde das Geschehen  wieder in einem selbst gezeichneten Kunstwerk festgehalten. Ich präsentiere die Fusion Hot-Box 2.0:


Fusion Hot-Box 2.0 
Für alle Leser, die nicht dabei sein konnten und als Auffrischung unserer Erinnerungen, hier noch einmal kurz wie es dazu kam und was dann geschah...

Wetterkapriolen zwangen uns in den Zauberwald. Nach anfänglicher Enttäuschung, wurde doch noch eine kleine Holzhütte als Unterschlupf gefunden. Hier konnte gemütlich gebaut und geraucht werden. Eine kurze Inventur der Bestände ergab, dass wir trotz vieler Joints nicht sonderlich viel Kraut verraucht hatten. Also wurde mal nen richtiges Gerät gebaut und sogleich feierlich, unter Einhaltung aller in Betracht kommenden Regularien, gesmöckert. Kurz später nickten zwei der drei Beteiligten in der Hütte ein. Ein schöner, ruhiger Moment inmitten der ganzen Feierei. Doch die Besinnung hatte ein jähes Ende. Zwei ziemlich aufgedrehte Mädels stürmten unseren Unterschlupf und quasselten auf uns ein. Auch wenn es nicht zugegeben wurde, vermutet man immer noch, dass sie schnurstracks aus dem Speedboot (ein Boot in dem immer irgendjemand saß und Speed sniefte) zu ins in die Hütte gekommen waren. Wir versuchten zu erklären, dass wir gerade mega-breit seien und uns hier nur eine kurze Pause gönnten. Es gab jedoch kein Pardon. Eines der Weibchen zwang Fiffi einen Tip zu bauen und pöbelte dabei recht viel rum: "Was ist den mit euch los, warum sagt ihr nichts?", "Man seid ihr langweilig!" und "Ey Alter leuchtest du die ganze Zeit deinen Schwanz an, während du den Tip rollst?" In anderen Spähren schwebend wurde jeder Kommentar einfach mit einem grenzdebilen Lächeln beantwortet. Die mit Fiffis Hilfe gebaute Tüte wurde natürlich sofort geraucht. Der Autor wurde aus seinem eigenen kleinen Universum nur ganz kurz zurück in die Hütte gebeamt, als das zweite Mädel Pilze hervorholte und sich nach Dosierungsempfehlungen erkundigte. Es wurde sehr wenig gesprochen und nach vollbrachter Intoxikation verschwanden die Mädels auch wieder schnell in Richtung Speedboot. Wer kann es ihnen verdenken. Das ganze Ausmaß unserer Breitheit wurde mir erst anschließend, als ich wieder halbwegs klar denken konnte, bewusst. Ich bemerkte: da quetschen sich zwei Mädels in gebärfähigem Alter zu uns in eine sehr kleine, kuschlige Hütte mitten im Zauberwald, bringen Gras und Pilze mit, teilen das Ganze mit uns und ich habe keine Ahnung wie die beiden aussahen. Ich habe keine Erinnerung an Gesicht oder Körperbau, an einfach gar nichts. Der tief im Stammhirn verankerte Auscheck-Trieb (auch Glotz-Trieb genannt) war völlig abgetötet. Ich vermute, ich habe einfach nicht geguckt, vielleicht sogar die ganze Zeit die Augen geschlossen gehabt. Mann oh Mann müssen wir breit gewesen sein! 



Montag, 23. Juni 2014

iSchatzkiste

Ich habe gerade meine Handyfotos (selbstgemacht und Whatsapp) auf den Rechner gezogen um diese langfristig zu sichern. Bei den 756 Bildern waren neben ziemlich vielen Garderobenmarken und Fotos von einer Viefschen Bootstour einige Schätze, welche hier noch einmal veröffentlicht gehören, dabei:

Jetzt zur WM mischen sich immer wieder Holländer unter die deutschen Hooligans :


Das älteste Fundstück, wurde wohl bei letzter Handysäuberungsaktion als besonders wertvoll und deswegen nicht löschenswert erachtet und zeugt von einem Weihnachtsbaum-Kampf dreier Titanen. R.I.P.  White Trash:


Auf der Suche nach Liebe wurde nichts unversucht gelassen. Doch was kam statt einer holden Prinzessin? Nils Wurst aka. Fifi (Dieser war jedoch seiner Zeit -aufgenommen 20.10.13- mal wieder nen ganz schönes Stück voraus!) Letztendlich wurde es doch wieder Liebe zu dritt:
 




Kategorie Party-Kreativität:

  




Rubrik What the Fuck?:



Das beste selbstgerechte Video (sogar besser als das Schweden-Video):



Das letzte Video wurde nicht selbst gedreht muss aber (ganzes Video) als Fusion-Vorbereitung angeschaut werden:











Mittwoch, 18. Juni 2014

Vorbereitungen für einen Jahreshöhepunkt

Mit dem Fusion-Festival in einer Woche steht eines der Dinge auf dem Programm, auf den sich die drei Musketiere schon seit längerem besonders freuen und vorbereiten. Wir alle wissen, wie wichtig gute Vorbereitung ist, nicht erst seit jAm es schaffte, zwar sein Zelt mitzunehmen, allerdings das Außenzelt zuhause zu vergessen. Der "Raucher-Pavillon" war dennoch ein Kracher. Da die Fusion dieses Jahr auch zugleich die Vorbereitung für das zwei Wochen später steigende Feel-Festival ist, halte ich es für sinnvoll, euch kurz an meinen Überlegungen an benötigtem Material teilhaben zu lassen.

Nerdismus im Dienste der Fusion
Zunächst begann ich damit, den Pornomat der ersten Stunde erneut umzubauen. Er sieht zwar nach wie vor aus wie der mickrige Versuch eines Erstklässlers, bei Jugend Forscht den Trostpreis abstauben zu wollen, funktioniert aber wie gewünscht. Das Akku ermöglicht derzeit zehn Stunden Musikgenuss. Da ich noch ein zweites mitnehme, sollten wir die Fusion über musikalisch versorgt sein. Hier seit nun auch ihr gefragt: MP3-Spieler mit genügend Akku und frischer Musik mitbringen!

Ein Miniradio für das WM-Spiel am Fusion-Freitag um 18:00 Uhr habe ich gestern geordert. Auch an dieser Front kann es also losgehen.

Wie jedes Jahr beschäftigt auch die Bierfrage, für die wir trotz Ben*s Einsatz mit dem Trockeneis vor drei Jahren keine befriedigende Lösung bisher gefunden haben. Ich will versuchen, ein 5l-Partyfass im Bus mitzunehmen, falls -und nur in diesem Falle- sich keine Möglichkeit bietet, einen Kasten Ö-Saft in einem Auto irgendwo mitfahren zu lassen? Gibt es denn nun einen Wahnwitzigen der mit dem Auto dorthinfahren möchte aus unseren Kreisen? Auf jeden Fall nehme ich noch Limonadenpulver und hochprozentigen Rum mit.

Zuletzt die Zeltfrage. Ben* hat ein großes Zelt, das teilt er aber nur mit Holländerinnen. Ich habe keines, könnte allerdings noch ein Billigzelt erwerben, sofern ZuBu keines heranschafft. Wie ist es damit, ZuBu? Und wenn ja, ist es dicht? Und wirst du es auch sein?

Weiterhin nehme ich mit:

Faltbarer Wassertank (noch zu erwerben)
Campingkocher, Topf
Trockenfleisch, eingelegter Hering, Vollkornbrot
Süßigkeiten (die nicht schmelzen), Tomaten und Smarties (Diese sind auch noch zu erwerben)
Salatbesteck für die Tomaten (Ihr)
Taschenlampe, Taschenmesser
Ersatzakkus
Sonnencreme, Hut, Badehose
Gummistiefel, Regenhose, Regenponcho
Sahnekapseln (Machst du da noch einen Einkauf, Ben*?) und Zubehör
Aspirin
150 Euro, Rückfahrticket


Einiges ist freilich wetterabhängig und wird dann am Dienstag beschlossen. Es fällt mit Sicherheit auch noch etwas ein. Ich würde es sehr begrüßen, wenn ihr mich auch bei euren Überlegungen auf dem Laufenden halten würdet.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Genug ist genug!

Noch keiner meiner Facebook Freunde, hat es zu einem eigenen Blog Eintrag geschafft. Auch wenn es eigentlich nicht um seine Person, sondern eher um Kulinarik ging (guckst du hier), war der Reini bisher am nächsten dran.

Dank Facebook konnte ich nicht nur sehen, womit und wie oft er sich den Magen verdirbt, auch große Ereignisse habe ich mit Spannung verfolgt. Es kam mir so vor, als ob ich bei der Entstehung seiner neuen Beziehung live dabei gewesen wäre. Am 20.3.13 änderte sich der Beziehungsstatus, am 29.07.13 das erste Kuss-Selfie, am 16.11.13 die Verlobung, am 17.11.13 noch einmal eine Verlobung (zum Glück mit derselben Frau) und am 06.12.13 schließlich die Hochzeit samt Übernahme ihres Nachnamens. Was war das schön, was hab ich mich gefreut für die beiden.

Doch dann änderte sich alles. Der geneigt Facebook-Stalker wurde nicht nur aus der weiteren Entwicklung der frischen Ehe ausgeschlossen, auch kurze und unterhaltsame Statements wie "mich betrinken" wurden überhaupt nicht mehr gepostet. Stattdessen wurden seit Dezember 2013 sage und schreibe 269 Posts des Plug-In Spiel "Criminal Case" veröffentlicht. Sonst nichts, nur Criminal-Case-Kacke. Lieber Reini, so nicht, so vergraulest du auch deine treusten Fans. Ich bin raus.

Dienstag, 3. Juni 2014

Endevaluation eines zweiten "Zusammenwohnen-Tests"

Auch ich habe im letzten Monat mit einem jungen Fräulein meine Wohnung geteilt. Dabei ist dazu zu bemerken, dass ich jenes nur semi-freiwillig auf mich nahm. Denn im Gegensatz zu meinen Blog-Kollegen habe ich bislang nicht die Entscheidung treffen wollen, eine gemeinsame Behausung anzupeilen, da zum einen das ein wenig früh wäre und zum anderen mir schon länger einige Charakterzüge bei mir selber aufgefallen sind, die das Zusammenleben mit anderen Homo Sapiens nicht immer leicht machen. Charakterzüge, die in den letzten Jahren des Alleinewohnens, nachdem zweieinhalb glorreiche Jahre mit ZuBu zuende gegangen waren, sich eher verstärkt denn gemildert hatten.

Nun ja, geteilte Miete, eine Verkürzung des Weges zum Partner von 2,5km auf ca. 2,5m und die Not der jungen Dame, eine Wohnung zur Zwischenmiete dringend zu benötigen, ehe sie eine neue WG gefunden hat, ließen mich das verhängnisvolle Angebot aussprechen, bei mir vorübergehend einzuziehen. Fortan bestand mein Bett aus einer fusseligen Gästematratze am Fuße eines von dort unten bedrückend wirkenden BILLY-Regales und versperrte den direkten Zugriff auf die Whisky-Gläser. Ärgerlich, denn nach denen sollte es mir häufiger gelüsten. Meinen Schreibtisch überließ ich ebenfalls in gespielter Großmut dem Fräulein, so dass mein PC aus dem Jahre 2003 nun auf einem Hocker sein epochemachendes Update von WinXP auf Win7 erlebte, das Mauspad mit Maus auf der rechten Armlehne meines Sessels. Diese "Workstation" ersetzte im folgenden den Schreibtisch. Auch sonst hatte sich mein ehemaliger Salon gefühlt eher in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelt. Und das alles auch noch freiwillig.

Wer meine Marotten (Ordnungsnationalsozialismus, Sauberkeitsterrorismus, Drogenkommunismus, Spontansaufkonservativismus, Pflichtanarchismus) kennt, kann sich vorstellen, was das arme Mädchen durchgemacht haben muss. Wie immer denken alle nur an das Opfer....

Allerdings war der Test in diesem Sinne auch gar nicht zu bestehen, wie auch schon Ben* in seiner Evaluation der Probe bei jAm feststellte. Bei mir kam hinzu, dass Acikron eben Acikron ist und kein neu einzurichtendes Haus am See. Außerdem frage ich mich, was überhaupt passiert wäre, hätte ich den Test bestanden. Wäre ich vielleicht Hals über Kopf mit ihr in das neue WG-Zimmer eingezogen, um in Acikron eine Biogasanlage zu installieren? Oder wäre ich vier Wochen ins Kloster gegangen, um mir diese vorher von mir so verdammten Flausen auszutreiben? Sicherlich hätte ich mit euch ein ernstes Gespräch geführt und euch gebeten, mir hemmungslos Alkohol zuzuführen. Hmm, eigentlich bitte ich euch das auch ohne potentielle Eignung zum Zusammenwohnen regelmäßig.

Nein, ich darf für mich weiterhin feststellen, dass ich vorerst nicht mit anderen Zusammenwohnen möchte; sämtliche Urlaube, Situationen mit Gästen, gelegentlich auftretende Wohnungsnot von Bekannten und andere Temporaritäten einmal ausgenommen. Für euch hat es den tollen Vorteil, dass ihr immer willkommen seid, wenn eure "Zusammenwohnen-Tests" oder auch "-Ernstfälle" einmal eine Pause brauchen oder ihr einfach ein Glas Whisky und dergleichen. An die Gläser kommt man nämlich wieder ran.