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| gesehen bei Fäißbuck |
Montag, 28. September 2015
Samstag, 19. September 2015
Einmal hatte die CSU Recht
Dass ich einmal sagen würde, ein CSU-Politiker könnte Recht haben, fällt mir doch ziemlich schwer, zuviele verbale Ausfälle haben sich die Freunde aus dem schönen Süden des Reiches bislang geleistet. Egal ob die "Herdprämie", die Ausländermaut, die aktuelle Asyldebatte oder den sehr zweifelhaften Beitrag zur Energiewende - die CSU punktete stets mit recht einfältigen, kontraproduktiven Vorschlägen, die vor allem Bayern, aber kaum dem Rest des Landes nützten.
Pünktlich zum Oktoberfest rückt nun das 'diebische Bergvolk am Fuße der Alpen' wieder in den Fokus. Die Tradition will, dass an solcherlei Institutionen möglichst wenig geändert wird, hier auch einmal zum Glück, schließlich lebt das größte Volksfest der Welt ja vor allem von jener Tradition. So ganz kann die Politik dennoch nicht die Finger lassen davon, schließlich kann man sich auf diese Weise als volksnah und mit dem Herz am richtigen Fleck in Szene setzen. So trinkt CSU-Elite hier jedes Jahr ihre obligatorische Maß Bier und hofft auf ein Paar Pluspunkte beim bayerischen Wahlvolk. Besonders Mutige machen dann auch mal den Schnabel auf und bemerken ein paar Worte zum lustigen Treiben bei Bier, Brez'n und Blasmusi. Was auch schonmal daneben ging. Ach, da war doch mal so eine Äußerung zu Drink'n'Drive.....
Richtig, Günther Beckstein, a.d. 2008. Der sagte damals, dass man nach zwei Maß noch Autofahren könne. Mehr jedenfalls habe ich der Medienentrüstung seinerzeit nicht entnommen. Der Sturm fegte heftig über ihn hinweg, er knickte ein und setze sich seitdem laut Wikipedia für "vollständige Abstinenz beim Autofahren ein".
Ben's Blog hat einmal nachrecherchiert. Zum einen wurde in alter Medien-Manier Becksteins Aussage natürlich aus dem Zusammenhang gerissen, wie das auch schon im o.a. Wikipedia-Artikel angedeutet wird. In Wirklichkeit soll er laut Spiegel-Online (2008) gesagt haben: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich", wobei er eingeschränkt haben soll, dass das nicht für zwei Maß in zwei Stunden gelte.
Zum anderen hat sich nicht einmal der Spiegel getraut, wirklich nachzurechnen. Denn die Wahrheit könnte unbequem ausfallen und den Antialki-Spaßbremsen den Wind aus den Segeln nehmen.
Ein Liter Märzen, das ist Oktoberfestbier, hat zwischen 5,8 und 6,4 Volumen-Prozent Ethanol. Das macht also bei zwei Litern Bier maximal 128ml Reinalkohol. Das ist großzügig gerechnet, wir wissen, dass die Seidel im Zweifel lieber mal etwas mehr Schaum enthalten und manch ein Bier im Zelt auch nicht immer gleich 6,4 Umdrehungen hat. Aber gut, sei's drum.
128ml entsprechen bei einer Dichte von 0,7893 g·cm−3 (20 °C) daher 101,03g reinem Alkohol (Beachte: 1cm³=1ml). Nach der Widmark-Formel ergibt sich daraus eine maximal mögliche Blutalkoholkonzentration bei einem Mann von 80kg wie Herrn Beckstein von
Ja, aber das will natürlich niemand hören, darum ist es wohl nie öffentlich thematisiert worden. Günther Beckstein hatte Recht! Meine Mahnung also an dieser Stelle, wenn es um Alkohol geht: Erstens erstmal informieren, bevor man einen Riesentamtam macht und zweitens: Verliert niemals den Alkoholabbau aus dem Auge! Schon nach kurzer Zeit ist der schönste Trunk im Blut wieder Geschichte!
P.S.
Ob ZuBu allerdings im September des Jahres 2005 auf dem Rückweg von der Wies'n nach Preußen dies wie Beckstein gedurft hätte, möchten wir allerdings weitergehenden Analysen anheim stellen.
Pünktlich zum Oktoberfest rückt nun das 'diebische Bergvolk am Fuße der Alpen' wieder in den Fokus. Die Tradition will, dass an solcherlei Institutionen möglichst wenig geändert wird, hier auch einmal zum Glück, schließlich lebt das größte Volksfest der Welt ja vor allem von jener Tradition. So ganz kann die Politik dennoch nicht die Finger lassen davon, schließlich kann man sich auf diese Weise als volksnah und mit dem Herz am richtigen Fleck in Szene setzen. So trinkt CSU-Elite hier jedes Jahr ihre obligatorische Maß Bier und hofft auf ein Paar Pluspunkte beim bayerischen Wahlvolk. Besonders Mutige machen dann auch mal den Schnabel auf und bemerken ein paar Worte zum lustigen Treiben bei Bier, Brez'n und Blasmusi. Was auch schonmal daneben ging. Ach, da war doch mal so eine Äußerung zu Drink'n'Drive.....
Richtig, Günther Beckstein, a.d. 2008. Der sagte damals, dass man nach zwei Maß noch Autofahren könne. Mehr jedenfalls habe ich der Medienentrüstung seinerzeit nicht entnommen. Der Sturm fegte heftig über ihn hinweg, er knickte ein und setze sich seitdem laut Wikipedia für "vollständige Abstinenz beim Autofahren ein".
Ben's Blog hat einmal nachrecherchiert. Zum einen wurde in alter Medien-Manier Becksteins Aussage natürlich aus dem Zusammenhang gerissen, wie das auch schon im o.a. Wikipedia-Artikel angedeutet wird. In Wirklichkeit soll er laut Spiegel-Online (2008) gesagt haben: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich", wobei er eingeschränkt haben soll, dass das nicht für zwei Maß in zwei Stunden gelte.
Zum anderen hat sich nicht einmal der Spiegel getraut, wirklich nachzurechnen. Denn die Wahrheit könnte unbequem ausfallen und den Antialki-Spaßbremsen den Wind aus den Segeln nehmen.
Ein Liter Märzen, das ist Oktoberfestbier, hat zwischen 5,8 und 6,4 Volumen-Prozent Ethanol. Das macht also bei zwei Litern Bier maximal 128ml Reinalkohol. Das ist großzügig gerechnet, wir wissen, dass die Seidel im Zweifel lieber mal etwas mehr Schaum enthalten und manch ein Bier im Zelt auch nicht immer gleich 6,4 Umdrehungen hat. Aber gut, sei's drum.
128ml entsprechen bei einer Dichte von 0,7893 g·cm−3 (20 °C) daher 101,03g reinem Alkohol (Beachte: 1cm³=1ml). Nach der Widmark-Formel ergibt sich daraus eine maximal mögliche Blutalkoholkonzentration bei einem Mann von 80kg wie Herrn Beckstein von
BAK(Promille) = 101,03g / (80kg x 0,7) = 1,80 Promille.Ordentlich. Laut Wikipedia sind allerdings noch 10 bis 30 Prozent abzuziehen, da nicht aller Alkohol aufgenommen wird. Ich füge hinzu, dass es sich um die maximal mögliche Konzentration handelt, also bei einem Sturztrunk ohne Speisebegleitung. Wie Herr Beckstein sein Bier allerdings einzunehmen pflegt, ist nicht überliefert. Gehen wir nun aber mal davon aus, dass der Beckstein weder ein Extrinker noch ein kulinarischer Kostverächter ist und ziehen wir ihm den Mittelwert von 20% von der BAK ab:
1,80 x 0,8 = 1,44 Promille BAK(max).Nun kommt noch der Faktor Zeit ins Spiel. Stündlich werden zwischen 0,1 und 0,2 Promille abgebaut. Das macht bei "sechs, sieben Stunden", immer mit den Mittelwerten gerechnet, also:
6,5h x 0,15 Promille = 0,98 Promille.Ziehen wir diese von Herrn Becksteins maximaler BAK ab erhalten wir das Ergebnis:
BAK(Beckstein) = 1,44 - 0,98 = 0,47 PromilleVoila! Herr Beckstein hätte folglich selbst bei teilweise konservativen Annahmen nach sechseinhalb Stunden höchstwahrscheinlich wieder fahren dürfen, erst recht wohl als erfahrener Bayer, der sich bei einer solchen BAK nichts anmerken lässt.
0,47 Promille < 0,5 Promille q.e.d.
Ja, aber das will natürlich niemand hören, darum ist es wohl nie öffentlich thematisiert worden. Günther Beckstein hatte Recht! Meine Mahnung also an dieser Stelle, wenn es um Alkohol geht: Erstens erstmal informieren, bevor man einen Riesentamtam macht und zweitens: Verliert niemals den Alkoholabbau aus dem Auge! Schon nach kurzer Zeit ist der schönste Trunk im Blut wieder Geschichte!
P.S.
Ob ZuBu allerdings im September des Jahres 2005 auf dem Rückweg von der Wies'n nach Preußen dies wie Beckstein gedurft hätte, möchten wir allerdings weitergehenden Analysen anheim stellen.
Donnerstag, 20. August 2015
Dreierlei (Party-)inseln
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| Ilhas Desertas bei Madeira |
Seit jeher üben Inseln eine Faszination auf mich aus. Sollte ich irgendwann einmal finfanziell dazu in der Lage sein, ist davon auszugehen, dass ich mal eine erwerbe. Bis dahin besuche ich sie einfach temporär als Gast. Die erste dieser Inseln, eigentlich eine Inselgruppe, die ich vergangenes Wochenende gemeinsam mit meinem Vetter und sechs weiteren Zeitgenossen besuchte, war dabei von sehr tropischer Natur, ich bitte allerdings, die schlechte Bildqualität von 1992 zu entschuldigen:
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| SNES: Super Mario Kart, Nintendo, 1992 |
Vielleicht kennen einige von euch den Waldsee in Zehlendorf. Unweit des Mexikoplatzes gelegen, handelt es sich um einen See, der bis auf eine Brücke, über die ein öffentlicher Weg geht, lediglich von Privatanwesen zugänglich ist. Der Zufall will es, dass hier eine Tante von mir wohnt und mittlerweile ein kleines Ruderboot hat. So haben wir das Eiland gleich einmal unter die Lupe genommen. Im Bild zu sehen ist die kleine Insel von einigen Quadratmeter Größe auf der linken Seite, die nur über das Wasser zugänglich ist.
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| Südlicher Teil des Waldsees mit Insel |
Die letzte Insel, die mich das Wochenende beschäftige, besuchte ich mit meinem Vetter gleich drei Mal. Strenggenommen war ich auch schon häufiger dort, ihr wahrscheinlich auch. Allerdings rede ich weder von der Museumsinsel oder der Insel der Seligen, sondern von der letzten Insel der Party im Meer der Gentrifizierung. Erst dieses Mal fiel mir ihr Inselcharakter ins Auge.
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| Die Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer Berg. Quelle: Google Maps |
Nun, liebe Insulaner, vielleicht schaffen wir den einen oder anderen Inselbesuch beizeiten auch mal gemeinsam.
Freitag, 14. August 2015
Mittwoch, 5. August 2015
Die Theorie der goldenen letzten Stunde
Das erste Mal machte mich ZuBuvoDe auf der WG Party seines Bruders auf die Theorie der letzten goldenen Stunde aufmerksam. Die Polizei war bereits einmal vorbei gekommen und hatte so gar keine Lust mitzufeiern. Der DJ, um ein weitergehen der Party bemüht, kämpfte gegen, den schon mittelschwer betankten, Mob um die Lautstärke. Fortwährende, heimliche Lautstärkeanpassungen des Pöbels wurden sofort nach unten korrigiert. Dies wiederum wurde mit Buh-Rufen quittiert. Verständlicherweise hatte der DJ irgendwann keinen Bock mehr und ZuBuvoDe wurde gebeten die Party zu retten. Er erklärte den Gastgebern und auch mir sein geplantes Vorgehen:
Scheiß auf die Nachbarn, die Polizei kommt sowieso bald wieder, lieber noch mal voll aufdrehen und richtig dreckig abgehen.
Die Gastgeber, obwohl schon 3,8 auf dem Kessel, waren nicht so begeistert. Da bei mir noch Luft nach oben war, riet auch ich von diesem Vorgehen ab. Ich muss meine Meinung jedoch nachträglich revidieren. Doch wie kommt es dazu?
Ich hatte am Samstag das Vergnügen die letzten beiden Stunden einer 20 Stündigen Sause einer relativ unbekannten Berliner Partyreihe mitzubekommen. Die hälfte der Leute war unter massivem Einsatz von Hilfsmittelchen seit 18 Stunden dabei, die andere Hälfte kam am Samstag Vormittag dazu. Allen war klar, dass die Party bald enden würde. Als dann das Gerücht, die Bar mache gleich zu, umging gab es kein halten mehr. Egal wie drauf, voll oder müde die Leute waren, alle stürmten zuerst noch einmal an die Bar und dann die Floors. Es bildeten sich spontane Liebeskreise, die Leute sprangen bei jedem Tanzschritt dutzende Zentimeter in die Luft und es wurden viele kleine Bengalos gezündet. Es waren die besten zwei Partystunden in einem Club seit langer Zeit.
Die WG Party ging übrigens mit verminderter Lautstärke noch ca. eine Stunde weiter, bis die Polizei die, zum gemütlichen Beisammensein verkümmerte, Party auflöste.
Samstag, 25. Juli 2015
Parties, Abstinenz und Unwetterwarnungen
Vielen Dank für die schöne Party, ZuBu! Das war ja mal wieder ein richtiger Knaller, der es gelohnt hat, wortbrüchig zu werden. Aber eins nach dem anderen.
Als ich mich vor einigen Monaten für den City Night Run oder die Vattenfall City Night am 25. Juli anmeldete, ahnte ich bereits, dass es schwierig werden könnte, den Freitag am Vorabend abstinent zu bleiben. War nämlich bereits die letzten Male so. Da ich schon einmal einen 10km-Lauf im Kater absolviert hatte, der zwar leistungsmäßig kein Misserfolg, aber gefühlt eine Tortur war, hatte ich mir vorgenommen, am 24. Juli einmal dem Weingeiste zu entsagen.
Doch dann kam Pfiffys Party. Es gab keinen anderen Termin, der passte, um den 30. und die Abgabe des Opus Masterius zu feiern. So stand ich für besagten Freitag vor der Wahl:
a) Ich bleibe dabei und trinke nichts. Komme nicht in Versuchung und bin mal wieder gediegen unterwegs. Auf Privatparties ist es auch nüchtern schön.
b) Ich trinke wenig, bleibe also unterhalb des PoNR. Gefährlich, weil anfällig für Anstiftung zum Weitertrinken.
c) Für einen guten Freund kann man auch mal fünfe gerade sein lassen und doch richtig feiern. Vergiss den Lauf, man lebt nur einmal!
Um es kurz zu machen: War ich zunächst von Variante a) überzeugt, brachte mein Suchtdruck mich am Freitag 18.30 Uhr schließlich dazu, auf Variante b) umzusteigen. Damit war das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen. Ich war schon auf gutem Wege, den PoNR zu passieren, als ich folgende SMS um 23:40:02 erhielt, die Party war bereits voll im Gange:
In Fünfeinhalb Stunden startet übrigens der 10km-Lauf. Natürlich habe ich einen Kater. Aber, Pfiffy, das war es wert.
Als ich mich vor einigen Monaten für den City Night Run oder die Vattenfall City Night am 25. Juli anmeldete, ahnte ich bereits, dass es schwierig werden könnte, den Freitag am Vorabend abstinent zu bleiben. War nämlich bereits die letzten Male so. Da ich schon einmal einen 10km-Lauf im Kater absolviert hatte, der zwar leistungsmäßig kein Misserfolg, aber gefühlt eine Tortur war, hatte ich mir vorgenommen, am 24. Juli einmal dem Weingeiste zu entsagen.
Doch dann kam Pfiffys Party. Es gab keinen anderen Termin, der passte, um den 30. und die Abgabe des Opus Masterius zu feiern. So stand ich für besagten Freitag vor der Wahl:
a) Ich bleibe dabei und trinke nichts. Komme nicht in Versuchung und bin mal wieder gediegen unterwegs. Auf Privatparties ist es auch nüchtern schön.
b) Ich trinke wenig, bleibe also unterhalb des PoNR. Gefährlich, weil anfällig für Anstiftung zum Weitertrinken.
c) Für einen guten Freund kann man auch mal fünfe gerade sein lassen und doch richtig feiern. Vergiss den Lauf, man lebt nur einmal!
Um es kurz zu machen: War ich zunächst von Variante a) überzeugt, brachte mein Suchtdruck mich am Freitag 18.30 Uhr schließlich dazu, auf Variante b) umzusteigen. Damit war das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen. Ich war schon auf gutem Wege, den PoNR zu passieren, als ich folgende SMS um 23:40:02 erhielt, die Party war bereits voll im Gange:
Heureka! Hoch die Tassen! Bis die Finte entlarvt wurde, war der letzte Zweifel hinweggespült und ich widerstand Ben*s Trunkangeboten nicht länger. Wortbruch. Das muss betrauert werden! Variante c) bescheerte eine rauschende Nacht mit viel Spaß. Am Ende hatte ich natürlich gut einen sitzen; als Ben* vor mir die Party verließ, war sein Grinsen kaum zu übersehen. Du Teufel!Lieber Nachtlaufteilnehmer, auf Grund einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (Starkregen und Hagel) müssen wir den Lauf leider absagen.Wir werden auf den bekannten Kanälen möglichst bald einen Ausweichtermin bekannt geben. Die bereits bezahlten Gebühren werden bei Bedarf erstattet. Mit freundlichen Grüßen, euer Nachtlaufteam
In Fünfeinhalb Stunden startet übrigens der 10km-Lauf. Natürlich habe ich einen Kater. Aber, Pfiffy, das war es wert.
Montag, 20. Juli 2015
Fick dich, Fieber
Als ich vergangenen Donnerstag aufwachte, hatte ich dieses Gefühl, das wir alle kennen: Mein Kopf, dröhnte, meine Glieder schmerzten, ich fühlte mich heiß und fror gleichzeitig. Alles in allem einfach zermatscht. Da ich jedoch schon einige Tage kein Geld mehr verdient hatte, rang ich mich dazu durch, den für den Tag geplanten Dienst trotz meiner Angeschlagenheit wahrzunehmen und nicht abzusagen.
Ausgerechnet an diesem Tag war es ziemlich stressig und es ging sogar um einige Stunden noch länger. Mir unterliefen viele Fehler und muss ein ziemlich trauriges Bild abgegeben haben. Ich war erst recht spät zuhause. Abends packte ich meinen Koffer in Rekordzeit, goss die Blumen und aß die letzten Vorräte auf - ab ins Bett, selten so kaputt gewesen, ohne das mal Alkohol im Spiel war.
Um zehn vor Sechs klingelte der Wecker. Es war natürlich keine überraschende Genesung eingetreten - eher im Gegenteil, mag aber auch an der unmöglichen Uhrzeit gelegen haben. Der Moment der Entscheidung:
Ich konnte jetzt entweder mich weiter knechten und riskieren, dass alles noch viel schlimmer würde und die Zähne zusammenbeißen
ODER
die Reise, für welche ich bereits 200 Euro bezahlt hatte, sausen lassen und damit Prag, einen Junggesellenabschied, per Definition einmalig, verpassen. Dafür bestand die Chance auf Gesundung.
Ich entschied mich für die erste Option. Im Zug kann ich ja noch etwas schlafen und wenn es gar nicht geht, bleibe ich einfach im Junggesellenapartment liegen, dachte ich.
Bewusst hatte ich seinerzeit einen so abartig frühen Zug gebucht, weil er günstig war und ich bereits Mittags in Prag war. So wollte ich mir selber die Möglichkeit einräumen, noch was von der Stadt zu sehen, ehe abends der Rest der Meute einfiele und damit die Stadtbesichtigung abgeschlossen sein würde. Nun stand ich geschwächt im brütend heißen, wunderschönen Prag und wusste nichts so recht mit mir anzufangen. Fünf Züge später wäre auch in Ordnung gewesen.
Es ergab sich, dass bereits ein weiterer Kandidat der Truppe früher angereist war und obwohl wir uns noch nie begegnet waren, setzten wir uns in Verbindung und trafen uns, um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken. Als ich mein erstes Bier bestellte, wusste ich, dass die Chance, mich noch auszukurieren oder die Prager Burg zu sehen, sich gerade im kalten Gerstenglück auflöste. Ach egal, schön dich kennenzulernen!
Drei Liter Bier, zwei Jollys später traf der Junggeselle, mein älterer Vetter und der Rest ein. Wir stellten den Neuankömmlingen Schnaps rein, dann ging es zum Essen, was -wie in Böhmen üblich- mit viel Bier einzunehmen war, in die erste Bar und schließlich in den angeblich größten Club Zentraleuropas auf fünf Stockwerken. Schmiergeld ließ uns die Schlange überspringen und während ein dicker Engländer auf der Tanzfläche mit seinen Nippeln spielte, bemerkte ich, dass ich inzwischen fiebrig war. Weil das Bier aber 1,50 Euro kostete, verschwendete ich nicht allzuviel Aufmerksamkeit darauf.
Zurück im Appartment kotzten dann die ersten, aber es gab noch leckeren Gin and Tonic und Kräuterbegleitung.
Am nächsten Tag hatte ich zunächst das Gefühl, dass der Kater inzwischen stärker als die Krankheit war. Das war insofern schön, weil ich im Gegensatz zu Grippen den Umgang mit Katern sehr gut kenne, ich übe schließlich jedes Wochenende. Nach dem geplanten Rafting und einigen Bieren war ich dann schnell wieder auf Betriebstemperatur - der Abend konnte losgehen. Restaurant, Absinthbar, Bar, Stripclub, Club und junge Litauerinnen, auf die ich meinen Cousin hetzen konnte. Drei Literfalschen Wodka für 13 Leute, die schon total voll waren. Ein Erfolgsrezept! "Nüsschenspiel" auf der Tanzfläche, heißt wirklich so und es ist auch genau das, wonach es klingt. Die Nacht war spitze, am nächsten Tag war außer einem schleimigen Husten und dem obligatorischen Kater nichts geblieben. Bei einigen Abschiedsbieren mit einem meiner Cousins und einem weiteren, später abreisenden Teilnehmer, stellte ich schließlich fest, dass es mir gelungen war: Ich hatte eine Krankheit das erste Mal in meinem Leben konsequent weggesoffen. 48h Stunden dicht in Prag hatten dem härtesten Bazillus wohl den gar ausgemacht und damit für mich bewiesen: Alkohol und grippale Infekte sind kein Problem. Oder zu obiger Entscheidung: Selten eine im Nachhinein so richtige Wahl getroffen. Nur mein Kontostand, der sieht das nun ein wenig anders.
Ausgerechnet an diesem Tag war es ziemlich stressig und es ging sogar um einige Stunden noch länger. Mir unterliefen viele Fehler und muss ein ziemlich trauriges Bild abgegeben haben. Ich war erst recht spät zuhause. Abends packte ich meinen Koffer in Rekordzeit, goss die Blumen und aß die letzten Vorräte auf - ab ins Bett, selten so kaputt gewesen, ohne das mal Alkohol im Spiel war.
Um zehn vor Sechs klingelte der Wecker. Es war natürlich keine überraschende Genesung eingetreten - eher im Gegenteil, mag aber auch an der unmöglichen Uhrzeit gelegen haben. Der Moment der Entscheidung:
Ich konnte jetzt entweder mich weiter knechten und riskieren, dass alles noch viel schlimmer würde und die Zähne zusammenbeißen
ODER
die Reise, für welche ich bereits 200 Euro bezahlt hatte, sausen lassen und damit Prag, einen Junggesellenabschied, per Definition einmalig, verpassen. Dafür bestand die Chance auf Gesundung.
Ich entschied mich für die erste Option. Im Zug kann ich ja noch etwas schlafen und wenn es gar nicht geht, bleibe ich einfach im Junggesellenapartment liegen, dachte ich.
Bewusst hatte ich seinerzeit einen so abartig frühen Zug gebucht, weil er günstig war und ich bereits Mittags in Prag war. So wollte ich mir selber die Möglichkeit einräumen, noch was von der Stadt zu sehen, ehe abends der Rest der Meute einfiele und damit die Stadtbesichtigung abgeschlossen sein würde. Nun stand ich geschwächt im brütend heißen, wunderschönen Prag und wusste nichts so recht mit mir anzufangen. Fünf Züge später wäre auch in Ordnung gewesen.
Es ergab sich, dass bereits ein weiterer Kandidat der Truppe früher angereist war und obwohl wir uns noch nie begegnet waren, setzten wir uns in Verbindung und trafen uns, um die Zeit bis zum Abend zu überbrücken. Als ich mein erstes Bier bestellte, wusste ich, dass die Chance, mich noch auszukurieren oder die Prager Burg zu sehen, sich gerade im kalten Gerstenglück auflöste. Ach egal, schön dich kennenzulernen!
Drei Liter Bier, zwei Jollys später traf der Junggeselle, mein älterer Vetter und der Rest ein. Wir stellten den Neuankömmlingen Schnaps rein, dann ging es zum Essen, was -wie in Böhmen üblich- mit viel Bier einzunehmen war, in die erste Bar und schließlich in den angeblich größten Club Zentraleuropas auf fünf Stockwerken. Schmiergeld ließ uns die Schlange überspringen und während ein dicker Engländer auf der Tanzfläche mit seinen Nippeln spielte, bemerkte ich, dass ich inzwischen fiebrig war. Weil das Bier aber 1,50 Euro kostete, verschwendete ich nicht allzuviel Aufmerksamkeit darauf.
Zurück im Appartment kotzten dann die ersten, aber es gab noch leckeren Gin and Tonic und Kräuterbegleitung.
Am nächsten Tag hatte ich zunächst das Gefühl, dass der Kater inzwischen stärker als die Krankheit war. Das war insofern schön, weil ich im Gegensatz zu Grippen den Umgang mit Katern sehr gut kenne, ich übe schließlich jedes Wochenende. Nach dem geplanten Rafting und einigen Bieren war ich dann schnell wieder auf Betriebstemperatur - der Abend konnte losgehen. Restaurant, Absinthbar, Bar, Stripclub, Club und junge Litauerinnen, auf die ich meinen Cousin hetzen konnte. Drei Literfalschen Wodka für 13 Leute, die schon total voll waren. Ein Erfolgsrezept! "Nüsschenspiel" auf der Tanzfläche, heißt wirklich so und es ist auch genau das, wonach es klingt. Die Nacht war spitze, am nächsten Tag war außer einem schleimigen Husten und dem obligatorischen Kater nichts geblieben. Bei einigen Abschiedsbieren mit einem meiner Cousins und einem weiteren, später abreisenden Teilnehmer, stellte ich schließlich fest, dass es mir gelungen war: Ich hatte eine Krankheit das erste Mal in meinem Leben konsequent weggesoffen. 48h Stunden dicht in Prag hatten dem härtesten Bazillus wohl den gar ausgemacht und damit für mich bewiesen: Alkohol und grippale Infekte sind kein Problem. Oder zu obiger Entscheidung: Selten eine im Nachhinein so richtige Wahl getroffen. Nur mein Kontostand, der sieht das nun ein wenig anders.
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