Freitag, 1. Dezember 2017

Zeiten ändern sich



Liebe Freunde, 2017 war für viele von uns ein ereignisreiches Jahr, auch wenn noch 1/12 von ihm offen ist. Es setzt einen Trend fort, der sich in den letzten Jahren mehr und mehr gezeigt hat, beginnend mit Vermählung und Thronfolge im Hause jAm, dem Jonglieren von zahlreichen Arbeitsstellen und Arbeitsorten gleichzeitig bei ZuBu (seine eigentliche Tätigkeit als designierter Kanzler schmählich vernachlässigend) und dem Ende der ewigen Beschaffungskriminalität bei Accelsio und Ben*, indem eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle angenommen wurde. Die Zeit wurde knapper, die Parties seltener, die Drogen härter. Man merkt es auch darin, dass hier im Blog der Austausch zurückging. Die Zeit hat sich gefühlt weiter verknappt.

Manchmal gibt es Momente im Leben, bei denen man feststellt, dass die Uhr sich weitergedreht hat und Entwicklungen nicht mehr aufzuhalten sind. Ein Tagesrausch verlangt inzwischen wochenlange Planung im Voraus. Für Spontanität kann ich ein Zeitfenster von 17-18.30 Uhr am Samstag anbieten; darüber hinaus schreibe man mir bitte eine E-Mail und stelle die Dringlichkeit auf ‚hoch‘. Freunde, die ungezählten Tage des gedankenlosen Spontanrausches sind vorbei. Wir befinden uns in der „Rush Hour des Lebens“ und nicht mehr in der „Rausch Hour des Hebens“.  Ein Zurück wird es bis zur Rente nicht mehr geben, nur Pausen: Urlaube, Festivals, Entziehungskuren.

Deswegen sehe ich den Moment gekommen, offiziell bei euch zu beantragen, das Blogprojekt „Ben’s Blog“ einzustellen. Über sechs Jahre hat er uns begleitet und mal mehr, mal weniger, festgehalten, was uns gerade beschäftigt. Als Nachschlagewerk unserer wilden späten Jugend stände er weiterhin zur Verfügung, würde aber aufhören, den Anspruch zu erheben, aktuell von unseren Taten zu künden. 

Natürlich ist nicht alles vorbei. Es wird weiterhin viele gemeinsame schöne Zeiten geben, in allen Leveln der Übertreibung, ehe wir ab 65 endlich die Opiumhöhlen in Fernost erkunden. Ich weiß, dass auch ohne kodifizierten Nonsens wir weiter Schwachsinn gemeinsam machen werden, weil wir Freunde sind. Aber ich glaube, die Zeit für Ben’s Blog ist vorbei.

Ich erbitte euer schriftliches Einverständnis.

Samstag, 18. November 2017

Die Sause ist überstanden

Liebe Freunde,

sehr dankbar bin ich euch, dass ihr an meinem großen Tag dabei wart. Denn obwohl mehr als 90 Leute da waren, war ich wieder einmal traurig, dass ich einige Absagen hinnehmen musste. Auch von einigen, wenn auch nicht vielen Freunden, die eigentlich wissen sollten, wie wichtig mir diese Feier ist. Das Erscheinen auf der Party nämlich genießt bei mir einen ungleich höheren Stellenwert als das Gratulieren am Geburtstag selbst oder das Überbringen von Geschenken. Wenngleich Eure Geschenke echt ziemlich herausstachen!

Alles in allem war ich sehr angetan. Die Musik war gut, es wurde irre viel getrunken und nach dem Aufräumen am Folgetag (Vier Stunden mit vier Leuten) sah eigentlich alles wieder ganz ordentlich aus. Es wurde auch getanzt, konsumiert und Blödsinn gemacht. So muss eine Party sein. So bereut man keinerlei Ausgaben und schon gar nicht das Chaos, dessen Nachwirkungen in Acikron noch einige Wochen zu spüren sein werden, ehe wieder alles am alten Platz und der Boden definitiv nicht mehr klebrig ist.

Schade, dass die Details einer solchen Nacht größtenteils im Nebel des Krieges (teilweise ist dies durchaus wörtlich zu verstehen) untergehen, wie gerne wüsste ich, was in all diesen Stunden eigentlich geschah außer einer stetigen Steigerung des Pegels, ehe ich einen Papst auf dem Balkon verabschiedete. Für dokumentatorische Fotos bin ich daher ausgesprochen dankbar. Erst beim Ausklang der Feier kann meine Erinnerung wieder einen größeren Beitrag leisten.
Das letzte Wort soll aber der Kunst gehören, die neben viel Alkohol und den üblichen Feierspuren in der Wohnung zurückgelassen wurde. Die Künstler einstweilen, sollen allerdings in der Anonymität verbleiben.

Donnerstag, 28. September 2017

Timing ist alles!

Wenn sich schon das erste Mal, in einer 5 jährigen Beachvolleyballkarriere, verletzten, dann doch bitte einen Tag vorm ersten Urlaub im neuen Job! ... Dachte sich der Ben.

Wer braucht schon einen funktionsfähigen  Musculus Adductor Magnus (großer Adductor)? Damit das Ganze richtig Spaß macht, reicht es natürlich nicht eine (oder mehrere) Muskelbündel reißen zu lassen, offensichtlich kann man da noch nen nächtlichen Besuch in der Unfallchirurgie wegen eines Verdachts auf Hernia inguinalis (Leistenbruch) mitnehmen. Sowas lässt man sich doch nicht entgehen, hätte sonst auch niemals den exhibitionistischen, stinkenden und volltrunkenen Obdachlosen Maike kennen gelernt.  Wenn ihr ganz fest eure Daumen drückt, muss ich mir vielleicht sogar in den nächsten 6 Monaten (!) keine Ausreden zur Sportvermeidung ausdenken, diese ist dann vielleicht höchstärztlich untersagt.

Wie ätzend wäre es gewesen 5 Tage mit der Angetrauten wegzufahren und sich im Elbsandsteingebirge über Kletterstiege zu quälen und tschechischen Fraß samt Gerstenplörre runterzuwürgen!? Nein, ein Glück, das bleibt mir erspart. Ich darf diesen wohl verdienten Urlaub auf der Couch verbringen. Als besonderer Schmankerl, gibt es morgen noch nen Ausflug ins Wartezimmer eines weiteren Orthopäden. Yeah.

Diese Portion Verbitterung bzw. nach innen gerichteter Zynismus steckte kurzfristig zwischen meinen Ohren fest, ist jetzt aber vollumfänglich abgebaut, versprochen! 

Wer kommt mich besuchen und gibt sich mit mir die Kante? Tag, Uhrzeit, Rauschmittel und Dauer wären mir recht egal. Ich stehe von Freitag Abend bis Dienstag früh zur Verfügung.         

Samstag, 2. September 2017

Meine persönliche Party des Jahres

Wie immer wissen es Leser von Ben's Blog zu erst: Eure Aufwartungen werden vorausgesetzt am 10.11.2017! Ihr seid die ersten vier Gäste von weit über Hundert geladenen.... frühe Gäste können auch noch mit leiblicher Kräftigung rechnen.


Mittwoch, 19. Juli 2017

Kampf mit dem Dampf



Ihr kennt mittlerweile meinen ausgeprägten Hang zu Selbstversuchen. Gebt zu, er belustigt und unterhält euch bestimmt ein wenig. Anlässlich eines Abends, an dem ich, zu gutem Essen und guter Gesellschaft gerne etwas trinken wollte, mich allerdings -zweiter Abend des Wochenendes- rauschmitteltechnisch deutlich zurückhalten wollte und lieber eher gar nichts getrunken hätte, kam mir daher wieder mal eine alte Idee in den Sinn. 
 
Seinerzeit hatte ich mit viel Mitleid das Schicksal eines Freundes verfolgt, der, dem Weingeiste mehr als nur zugetan, aufgrund einer chronischen Darmerkrankung wenig bis gar nichts mehr trinken darf. Ich schlug ihm damals vor, dass es doch eine Reihe von Möglichkeiten gebe, Alkohol zu sich zu nehmen, ohne den Verdauungstrakt in Mitleidenschaft zu ziehen: Die Inhalation von Alkohol (Aufnahme über die Lunge), die Resorption über die Mundschleimhaut (Gurgeln von alkoholischen Lösungen) oder die intravenöse Zufuhr (also das Spritzen). Letztere scheidet selbst für engagierte Trinker wie mich aus, aber die anderen beiden Varianten finde ich höchst interessant. Mein Freund testete sie meines Wissens aber nie.

Jedenfalls schien mir der besagte Abend ein idealer Moment in vertrauter Umgebung, dieses Experiment einmal zu wagen. Ich lieh mir einen Inhalator, wie er bei Erkältungen üblicherweise zum Einsatz kommt und zweckentfremdete ihn zu allgemeiner Belustigung. Nicht einmal die Tatsache, dass auch gleich Vertreter der Eltern- sowie der Kindergeneration anwesend waren, wollten meinen wissenschaftlichen Eifer bremsen.

Ein Inhalator mit Anwendungsbeispiel
Die akuten Ergebnisse am Abend (Zustand zuvor: Zwar verkatert, allerdings keine orale Alkoholzufuhr seit mehr als 15 Stunden) machten Mut: Neben der allgemeinen Erheiterung ob der unüblichen Konsumform, empfand ich nach dem Ziehen eines kalten 40%-Schnapsdampfes durch Nase oder Mund immer schnell einen leichten Schwipps, der allerdings kaum zu verstärken war. Der Konsum selbst war zwar nicht abstoßend, aber zugleich auch leider nicht schmackhaft. Das Einatmen musste eher vorsichtig vorgenommen werden, um kein Husten zu provozieren. Ein angewärmter Schnaps war umso intensiver, besonders mit 75%-igen Rum, der allerdings in Hinblick auf das Aroma gewöhnungsbedürftig war. Im Verlauf des Abends waren einige knastöse Zigaretten dennoch eine willkommene Abwechslung, auch wenn diese dem wissenschaftlichen Anspruch des Versuches nicht förderlich waren.

Die langfristigen Ergebnisse: Am nächsten Tag waren katerähnliche Symptome dennoch zu spüren. Ob dies die späten Nachwirkungen der Freitagnacht waren, mein allgemeines Sonntagssyndrom, die Woche zu fürchten, eine schlechte Tagesform, die Sportzigaratten oder tatsächlich Rückstände der Inhalationssession waren, ist freilich nicht zu sagen. Die Verdauung, der Magen allerdings waren überhaupt nicht angegriffen. Ebenso meldeten Lunge und Schleimhäute keinerlei Einschränkungen, was bei üblichen Samstagssausen sonst oft nicht behauptet werden durfte.

Insgesamt betrachte ich das Experiment als sehr gelungen, alleine schon des Schock- und Spaßfaktors wegen. Alkohol schmeckt allerdings auch, dieser Teil hat mir allgemein gefehlt und wird mich daran hindern, zum echten Schnüffler zu werden. Auch sind Inhalatoren sehr auffällig und unhandlich auf Stehempfängen. Dennoch könnte es sein, dass ich dieses Experiment irgendwann nocheinmal wiederhole und unter noch strengeren Bedingungen teste.
Was man nicht alles für Forschung und Wissenschaft tut.